Ist Bio wirklich gesünder?

Sind auch Sie manchmal unsicher, wenn es darum geht, was Sie Ihrem Hund füttern sollen?

Gehören Sie zu der wachsenden Zahl aufgeklärter Hundehalter, die das Bedürfnis haben, auch ihre vierbeinigen Familienmitglieder gesund, artgerecht und – idealerweise – unter Berücksichtigung ethischer Aspekte zu füttern und zu ernähren? Dann ist die womöglich aufkommende Verwirrung über das richtige Hundefutter verständlich, denn:

 

1. Getreu dem Prinzip der “Qual der Wahl” macht ein schier unendliches und unübersichtliches Angebot an Produkten und Futterherstellern die Wahl oft schwer bis unmöglich. Marketingstrategien mit teilweise völlig unterschiedlichen Aussagen verunsichern Sie als Verbraucher.

2. Die in der Europäischen Union für den Laien oft unverständlichen Deklarationsvorschriften und die daraus resultierenden “schwammig” formulierten Produktdeklarationen machen Futterkauf zur Vertrauenssache, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass viele Angaben auf den Produktverpackungen keine ausreichenden Informationen über Qualität, Verarbeitung oder die Art der enthaltenen Rohstoffe liefern und liefern müssen, während andere ganz und gar freiwillig sind. Für Sie als Verbraucher kommt es daher besonders darauf an, reine Marketingaussagen von korrekten und informativen Inhaltsangaben und Produktinformationen zu unterscheiden.

3. Fundierte Sachkenntnisse über Hundeernährung, die speziellen Nährstoffbedürfnisse von Hunden und die Herstellung selbst zubereiteter Futterrationen sind als Voraussetzung für eine gesunde, hochwertige und artgerechte Ernährung unentbehrlich.

 

Worauf genau müssen Sie bei der Ernährung Ihrer Vierbeiner nun also achten?

Was ist unter “artgerechter” Ernährung/Fütterung zu verstehen? Muss oder sollte es “Bio” sein oder gar Lebensmittelqualität (oder am besten beides)?
Biologisch (ernährungsphysiologisch) betrachtet sind Hunde als Carni-Omnivoren zu bezeichnen, übersetzt: Fleisch- und Allesfresser. Dies sollte bei der Frage nach einer “artgerechten” Ernährung stets berücksichtigt werden. Auf ihren naturgemäßen Speiseplan gehören hauptsächlich Fleisch, Gemüse, Kräuter, Obst und Fett/Öle. Kohlenhydrate benötigen Hunde ebenfalls, jedoch besteht kein zwingender Bedarf an größeren Mengen pflanzlicher Stärke aus Getreide, Kartoffeln, Reis oder Nudeln, wenngleich viele Hunde bestimmte Mengen problemlos verdauen. Die Nährstoffbedürfnisse von Hunden unterscheiden sich darüber hinaus erheblich von den unseren.
Zur Veranschaulichung: Der tägliche Kalziumbedarf eines ausgewachsenen Hundes liegt ungefähr beim der dreifachen-, der Zinkbedarf sogar bei der sechsfachen Menge, verglichen mit einem (theoretisch gleich schweren) Menschen.

Hinter Begriffen wie Verdaulichkeit und biologische Wertigkeit (von Eiweiß) verbergen sich wichtige Parameter, die darüber Auskunft geben, wie viele der über das Futter aufgenommenen Nährstoffe tatsächlich vom Organismus aufgenommen und verwertet werden können. Je höhe die Qualität der verwendeten Rohstoffe, desto höher die Verdaulichkeit und der nutritive Nutzen des Futters.
Geiz ist, auf die Ernährung bezogen, also keinesfalls “geil”, denn minderwertiges Futter kann im Fall einer herabgesetzten Verdaulichkeit und daraus resultierender geringerer Verwertbarkeit teuer werden, da mehr gefüttert werden muss, um den Nährstoffbedarf des Hundes zu decken. Im Fall von gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann das Füttern minderwertigen Futters langfristig sogar kontraproduktiv und gefährlich sein.

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