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Spiegel der Gesundheit

Glänzendes Fell – gesunder Hund?
Das triff meistens zu, aber leider nicht immer. Umgekehrt weist eine Fellveränderung häufig auf ein Gesundheitsstörung hin.

Haut und Fell sind die größten Organe des Körpers und haben vielfältige Funktionen: Sie erneuern sich laufend und wachsen ein Leben lang mit. Als schützende Hülle verhindern sie, dass der Körper austrocknet, andererseits hindern sie schädliche Substanzen daran einzudringen. Krankheitserreger kann die Haut aktiv abwehren und oberflächliche Verletzungen repariert sie selbst. Darüber hinaus regulieren Haut und Fell die Körpertemperatur. Als größtes Sinnesorgan registriert die Haut Berührungen, Kälte, Hitze, Schmerz und Juckreiz. Spezielle Tasthaare verfeinern den Tastsinn der Haut noch. Bei Hunden sind Haut und Fell außerdem wichtige Kommunikationsmittel. Über Duftdrüsen informieren sie ihre Artgenossen beispielsweise über ihren Gesundheitszustand und ein gesträubtes Rückenfell gehört zum Imponiergehabe.

Hautveränderungen können viele Ursachen haben.

Bei vielen Krankheiten zeigt die Haut Veränderungen. Dies und die Tatsache, dass Haut und Fell anders als Herz, Leber oder Nieren sichtbar sind, führen dazu, dass viele Krankheiten erst entdeckt werden, wenn sich Hautsymptome zeigen. Am auffälligsten sind Krankheiten, die mit Juckreiz einhergehen. Als Verursacher kommen vor allem Parasiten wie Flöhe und einige Milbenarten, Allergien oder bakterielle Entzündungen infrage. Zecken, Demodexmilben und gewöhnliche Hautpilze sowie Hormonstörungen lösen direkt keinen Juckreiz aus. Indirekt können sie aber dazu führen, indem sie den Schutzwall der Haut schwächen und Bakterien leicht eindringen können.

Haarausfall begleitet verschiedene Krankheiten

Für Haarausfall findet man nicht immer eine Ursache. Hautpilze führen zu leichten Entzündungen und runden, haarlose Stellen. Die Haar sind nicht wirklich ausgefallen, sondern eher abgebrochen, da sich er Pilz von der Haarsubstanz ernährt. Echter Haarausfall tritt dagegen bei hormonellen Erkrankungen auf. Schilddrüsenunterfunktion geht häufig mit verdickter, kühler und teigiger Haut einher, Morbus Cushing, eine Überproduktion von Kortison, ehr mit dünner, trockener Haut. In der Spätphase könne sich verkalkte Knötchen bilden. Bei beiden Krankheiten wirkt das Fell schütter und stumpf. Nach einer Kastration und dem Verlust von Geschlechtshormonen produzieren, haben eher symmetrischen Haarausfall zu Folge.

Entscheiden für die Heilung ist die richtige Diagnose

Nässende oder gar eitrige Hautstellen sowie Krusten sind in der Regel die Folgen von bakterieller Infektion oder Parasitenbefall. Schuppen können auf Raubmilben-Befall hinweisen, aber auch auf eine Stoffwechselstörung der haut wie eine Fehlfunktion der Talgdrüsen (Seborrhoe, Sebadenitis) und Verhornungsstörungen. Auch Staupe und Leishmaniose können mit Schuppen und Krusten einhergehen, ebenso Mangel an Zink oder Vitamin A.
Keinesfalls dürfen diese Substanzen aber auf Verdacht ohne tierärztliche Anweisung gegeben werden, weil sie in Überdosis zu Vergiftungen führen. Entscheidend für die Heilungschancen ist eine sorgfältige und manchmal aufwendige Diagnostik. Denn bei Veränderungen der Haut können sehr viele Faktoren gleichzeitig beteiligt sein. So kann eine Hormonstörung eine Immunschwäche verursacht haben, die wiederum die Ursache für eine Pilzinfektion mit anschließender bakterieller Entzündung war. Nur wenn alle schädigenden Einflüsse und vor allem die zugrunde liegende Ursache zielgerichtet behandelt werden, bestehe die Chane, das Hautproblem dauerhaft zu lösen. Manchmal bleiben Vernarbungen zurück. Aber häufig können Haut- und Fellproblem völlig ausheilen. Allerdings ist etwas Geduld nötig. Bis Haar auf einer kahlen Stelle wieder nachwachsen, können sechs Wochen vergehen. Und bis das Fell wieder im alten Glanz erstrahlt, dauert es manchmal mehr als sechs Monate.



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