Artgerechte Katzenhaltung

Wie viel Platz braucht die Katze?

Artgerechte Haltung bedingt genügend Platz. Der Freilauf ist bei Katzen wenn immer möglich ein Muss. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb gewissen Katzenhalter keinen Freilauf gewähren. Es kann sich um teure Rassekatzen handeln, bei denen die Befürchtung besteht, dass sie gestohlen werden, oder eine stark befahrene Straße führt in der Nähe vorbei. Die Angst, die Katze bei einem Verkehrsunfall zu verlieren, ist durchaus berechtigt. Verkehrsunfälle sind die häufigste Todesursache bei Katzen unter zwei Jahren! Es gibt aber auch Katzenhalter, die der Katze keinen Freilauf gewähren wollen, damit sie keine Wildtiere wie Vögel oder Blindschleichen fängt.

Können Wohnungskatzen glücklich sein?

Wohnungskatzenhaltung kann toleriert werden, wenn es sich um Tiere handelt, die schon in der Wohnung aufgewachsen sind und den Freilauf nicht kennen. Ansonsten kann es rasch Probleme mit Markierverhalten, Unsauberkeit oder Aggression geben. Die Wohnungshaltung früherer Freilaufkatzen klappt nur in ganz wenigen Fällten. Wohnungskatzen brauchen genügen Platz, die Faustregel heisst, pro Katze mindestens ein stets zugängliches Zimmer, also in einer Dreizimmerwohnung maximal drei Katzen. Wohnungskatzen brauchen eine artgerechte Einrichtung, genügen Katzentoiletten (3 bis 4 Toiletten für 3 Katzen, 2 Toiletten für eine Einzelkatze), Kratzgelegenheiten, erhöhte Liege- und Rückzugsbereiche. Mit Artgenossen sozialisierte Katzen dürfen in der Wohnung nicht allein gehalten werden, Einzelgängerkatzen sollte man dagegen nicht zum Zusammenleben mit Artgenossen zwingen. Wohnungskatzen brauchen viel mehr Aufmerksamkeit und Beschäftigung durch den Tierhalter als Freilaufkatzen. Balkon oder einzelne Fenster der Wohnung sollten zwar katzensicher, aber stets zugänglich gemacht werden, denn auch Wohnungskatzen beobachten gern, was draußen abgeht. Trotz alledem: Verhaltensprobleme sind bei Wohnungskatzen häufiger als bei Freilaufkatzen.

Katzentüren

Es gibt Katzenhalter, die auf eine Katzentüre verzichten und die Katze nur rein- oder rauslassen, wenn sie selbst zuhause sind, egal welche Temperaturen herrschen, ob es in Strömen regnet – oder Katzen hagelt! Dies ist nicht tiergerecht, und es verwundert nicht, wenn solche Katzen eines Tages einen anderen Haushalt zu ihrem Heim erklären, weil sie dort ein- und ausgehen können wie sie möchten. Der Einbau einer Katzentüre ist eine finanzielle Investition, die gerade bei Mietern recht hoch sein kann, denn beim Auszug muss die durchbohrte Scheiber oder Tür wieder ersetzt werden, außer man findet einen katzenhaltenden Nachmieter. Dennoch sollte man der unabhängigkeitsliebenden Katze  die Freiheit ermöglichen, selbst zu entscheiden, wann sie hinausgehen und wann reinkommen will.

Katzen kratzen

Die Krallen von Katzen sind wichtige Werkzeuge: mit ihnen können sie Beute packen, und sie dienen als Steigeisen beim Klettern. Die Krallen der Vorderpfote kann die Katze einziehen und somit gezielt einsetzen, während die Krallen der Hinterpfoten nicht einziehbar sind und stets etwas hervorschauen. Dadurch sind die Krallen der Hinterpfoten immer etwas stumpf, die der Vorderpfoten hingegen scharf, und sie werden durch Katzen an rauen Oberflächen noch zusätzlich geschärft. Kratzen dient aber nicht nur dem Krallenwetzen, sondern ist auch ein Kommunikationsmittel und Markierverhalten. Häufig kratzen Katzen demonstrativ in Anwesenheit ihres Menschen oder von anderen Katzen. Katzen brauchen deshalb geeignete Kratzgelegenheiten, zum Beispiel Kratzbäume aus dem Fachhandel oder selbst gebaute Kratzbäume, etwas Baumstämme mit rauer Rinde oder mit Sisal umwickelte Bretter und Balken.

 

 

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